Praxis
Welche Prozesse sich im KMU für KI-Automatisierung eignen
Von Timo Rüdiger · 18. Juni 2026 · 6 Min. Lesezeit
Bevor Sie über Tools nachdenken, lohnt sich eine nüchterne Frage: Welche Ihrer Prozesse eignen sich überhaupt? Drei Kriterien helfen bei der Einschätzung.
Die drei Kriterien
- Wiederholung: Der Vorgang kommt häufig vor – täglich oder mehrmals pro Woche.
- Regelhaftigkeit: Es gibt nachvollziehbare Regeln, nach denen entschieden wird.
- Datenlage: Die nötigen Informationen liegen in zugänglicher Form vor.
Je stärker alle drei zutreffen, desto eher trägt eine Automatisierung. Trifft nur eines zu, ist Vorsicht geboten.
Gute Kandidaten
- Eingehende Anfragen lesen, kategorisieren und weiterleiten
- Angebote oder Bestätigungen aus Vorlagen vorbereiten
- Daten aus E-Mails und PDFs strukturiert übernehmen
- Wiederkehrende Reports automatisch zusammenstellen
Eher ungeeignet
Vorgänge mit vielen Ausnahmen, starkem Bauchgefühl oder rechtlich sensiblen Einzelentscheidungen bleiben besser in menschlicher Hand – oft reicht hier, die Vorbereitung zu automatisieren und die Entscheidung beim Team zu lassen.
Tipp
Automatisieren Sie die Vorbereitung, nicht zwingend die Entscheidung. Das senkt Risiko und Akzeptanzhürde zugleich.
So priorisieren Sie
Bewerten Sie jeden Kandidaten nach Nutzen, Aufwand und Risiko. Starten Sie mit dem Prozess, der viel Zeit frisst, klar geregelt ist und wenig Risiko trägt. Wie der erste Pilot dann konkret entsteht, lesen Sie im Beitrag zu den fünf Schritten.
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